Der aufblühende Tourismus verändert die Musiziergewohnheiten. Aus der früheren Sommerpause wird die konzertintensivste Jahreszeit. Immer wieder wird die Musikkapelle in ihrer schmucken Tiroler Tracht auch auswärts zu Sommerkonzerten engagiert. Die Termine nehmen überhand und so muss Ende der 80er Jahre eine Reduktion der Ausrückungen beschlossen werden. Dafür wird mit der regelmäßigen Abhaltung eines Frühjahrskonzertes begonnen, um die geleistete Probenarbeit des Winters zu dokumentieren und Anreiz zu vermehrtem Probeneifer zu bieten. Diese Konzerte finden anfänglich im Rathaussaal in Telfs, später im Gemeindesaal Mieming statt und erfreuen sich auch heute noch eines starken Zuspruches an Zuhörern. Wie es überhaupt symptomatisch für Wildermieming ist, dass die einheimische Bevölkerung hinter ihrer Musikkapelle steht und sie oft auch zu auswärtigen Konzerten begleitet.
Auch das gesellschaftliche Leben wird ausgebaut. Man veranstaltet zu Cäcilia Musikbälle im Gasthof Traube. Viele Ausflüge führen die Musikanten und ihre Frauen in die verschiedenen Teile Tirols, auch die Verbindung zur Familie Epple wird von beiden Seiten gepflegt und die Wildermieminger Musikanten sind immer wieder gern gesehene Gäste in Stuttgart. Leider ist es auch eine der traurigen Pflichten, nach dem plötzlichen Tode Fritz Epples beim Begräbnis musikalisch von ihrem Förderer Abschied zu nehmen.
1975 bezieht die Musikkapelle ein größeres Probelokal im neu erbauten Gemeindehaus. Jetzt hat man endlich einen Platz für Instrumente, Noten, Trachten und andere für den Betrieb notwendigen Dinge. Dies motiviert natürlich zu größerem Musiziereifer. Im Laufe der Jahre wird das Probelokal in eigener Regie zu einem gemütlichen Musikanten- und Musiziertreffpunkt ausgebaut.
1980 wird der aus seinem Amte scheidende Bürgermeister Josef Heiß für seine Verdienste um die Musikkapelle Wildermieming zum Ehrenmitglied ernannt.
Auch werden die Marketenderinnen mit einer neuen festlichen Tracht eingekleidet.


